See you (Close-ups)
In der Arbeit „See you (Close-ups)" werden quadratische Ausschnitte aus fremden Selbstporträts quasi kopiert oder nachempfunden. Es handelt sich um Selbstporträts von Malerinnen, die heute teilweise vergessen sind, teils aber auch noch (oder wieder) bekannt. Miki Tröbingers kleine quadratische Gemälde zeigen – meist stark vergrößert – ein Close-up aus den Selbstporträts, die diese Künstlerinnen von sich gemalt haben.
Die Serie kann gesehen werden als eine Hommage an alle Malerinnen, die sich in einer Welt zu behaupten hatten und haben, in der weiße Männer den Kunstmarkt bestimm(t)en. „Schade“, das letzte Wort Paula Modersohns, und „Ich war nur zum Geldverdienen auf der Welt. Schade um meine Gaben“ als Lebensresümee von Sabine Lepsius schmerzen und machen betroffen.
In der malerischen Auseinandersetzung mit den „fremden Selbstporträts“ findet eine Art (Wieder-)Begegnung mit den Vorausgegangenen statt.
See you. Wir sehen uns.
Malerinnen malen. Malen sich selbst. Malten sich. Sahen sich, sahen einander, sahen einander an, sahen einander niemals, werden einander nie mehr sehen, werden sich sehen.
See you. Ich sehe dich.
Nicht mehr einander begegnen können, weil Jahrhunderte zwischen uns liegen.
Dich sehen können, wie Du Dich selbst gemalt hast.
Dich durch Deinen Blick erstmals wirklich sehen. Dir in Deinem Blick auf Dich selbst begegnen. Dir begegnen, indem ich versuche, Dein Dich-selbst-Malen mit meinem eigenen Malen nachzuempfinden.
Ich lasse mich berühren von Deiner Existenz.
See you. Wir sehen uns. Bis später.